„Man weiß bis heute nicht, was für die Krankheit verantwortlich ist.“

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Sarah, 26, ausgebildete Restaurantfachfrau, hat seit über einem Jahr die Krankheit Morbus Crohn. Was das überhaupt ist? Sie hat mich aufgeklärt. 

„Es fing letztes Jahr im Januar an, dass ich extreme Schmerzen beim Toilettengang hatte. Ich bin ungefähr 13 Mal am Tag zur Toilette. Dadurch nahm ich in den darauffolgenden Monaten 12 Kilo ab.

Beim Blutabnehmen wurde dann auch festgestellt, dass mir sämtliche Nährstoffe fehlten. Eisen, Magnesium, Kalium, Calcium und viele Vitamine waren nicht in voller Stärke da. Also nehme ich täglich Medikamente, die meinen Haushalt wieder ausgleichen sollen. Dazu nehme ich Medikamente, die einen sogenannten Schub unterdrücken sollen beziehungsweise die Entzündung hemmen, wenn eine besteht.

Ein Schub kann zwei Wochen oder zwei Monate dauern je nachdem wie stark der Darm betroffen ist. Er äußert sich durch Symptome wie zum Beispiel Durchfall. Dann sind bestimmte Sequenzen des Darms entzündet. Morbus Crohn kann alle Teile des Magen-Darmtraktes befallen. Ich gehöre allerdings zu den 2% der Erkrankten, bei denen auch die Speiseröhre schon mal befallen war.

Ein Schub wird grundsätzlich immer mit Cortison behandelt, wovon ich immer ein rundes Gesicht bekomme. Ich merke generell oft die Nebenwirkungen von meinen Medikamenten – vor allem durch Gliederschmerzen in den Beinen.

Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt. Ich kann zum Beispiel nichts mit Kohlensäure trinken, da ich sonst spätestens nach einer halben Stunde zur Toilette muss. Generell aufblähendes Gemüse muss ich weglassen oder scharfe Sachen.

Ich bin außerdem oft schlapp, aber Depressionen habe ich bisher noch keine. Ängste habe ich aber definitiv zwischendurch immer mal: Wie geht die berufliche Laufbahn weiter? Muss ich irgendwann operiert werden? Wie verläuft eine Schwangerschaft?

Manche Leute reagieren irritiert, weil ich mich manchmal vor Krämpfen in der Öffentlichkeit krümme oder ganz schnell Richtung Toilette rase. Für die meisten ist diese Krankheit etwas komplett Neues. Sie hat so unglaublich viele Facetten, die man nicht erwartet.

Laut Ärzten war der Stress für meinen ersten Schub verantwortlich. Meine Mutter hatte nach der Diagnose in ihrer Familie mal nachgeforscht aber nichts gefunden. Man weiß bis heute nicht, was für Morbus Crohn tatsächlich verantwortlich ist.

Geht regelmäßig zum Arzt und lasst den Kopf nicht hängen!“


Aktuell leiden in Deutschland rund 300.000 Menschen an Morbus Crohn und die Zahl der Neuerkrankungen steigt stetig. Meist erkranken junge Erwachsene zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Mehr dazu >>


21 Gedanken zu „„Man weiß bis heute nicht, was für die Krankheit verantwortlich ist.“

  1. Hey 🙂
    Mein Schwiegerpapa hat die Krankheit und in meiner Ergo-Ausbildung haben wir das Thema letztens auch gehabt… Wirklich schlimm, aber umso toller von dir, dass du hier aufklärst und informierst! Das hast du sehr gut gemacht, wie ich finde.

    Liebe Grüße!

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  2. Vor wenigen Tagen erst habe ich eine kurze Reportage gesehen von einem Mann, der ebenfalls erkrankt ist. Bei ihm sind auch viele Stressoren zusammengekommen, die vermutlich einen Ausbruch der Krankheit verursacht haben.

    Ist am Ede der Satz „Volkskrankheit Burnout“ doch nicht ganz unberechtigt, wenn durch zu viel Stress und Überarbeitung sogar so starke körperliche Erkrankungen das Resultat sein können?

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    1. Liebe Laura,
      danke, das freut mich sehr zu hören!! 🙂 Wenn du magst, kannst du ihn über deine Mailadresse abonnieren; einfach rechts in der Sidebar eingeben, fertig!
      Liebe Grüße an dich,
      Lena

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  3. Wow, die Symptome sind ja heftig. Meine Schwester hat auch Morbus Crohn. Allerdings hat sie ein paar andere Symptome. Schmerzen und Verstopfung + Durchfall im Wechsel. Ich habe auch Probleme mit dem Darm, kann nicht immer alles essen. Müsste eigentlich längst zum Doc aber der ganze Stress lässt es mich immer verdrängen.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

    Gefällt 1 Person

  4. Davon hatte ich bisher nicht nie etwas gehört! Ich glaube ich hätte ziemlich am Anfang noch einen kleinen Absatz geschrieben was die Krankheit überhaupt ist bzw. welche Symptome es gibt.

    Unten habe ich dann aber noch den Link zu Wikipedia gesehen, der dann sehr hilfreich war!

    Danke für den Beitrag. Ich glaube solche Artikel solltest du öfter veröffentlichen.

    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Hallo Anne!
      Danke für deinen Kommentar.
      Ja, das hatte ich auch überlegt, aber dann hätte ich Sarah so viel vorweg genommen. Deswegen als Ergänzung der Link 🙂
      Freut mich, dass der Beitrag dir gefällt!

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